Dieser 1988 erschienene Film gilt vollkommen zurecht als einer der Vorreiter der Martial-Arts-Filme. Außerdem katapultierte er den damals noch unbekannten Jean-Claude Van Damme in die Riege der Hollywood-Action-Stars. Selbst im 2008 erschienenen JCVD stellt sich Van Damme immer noch als »the guy from Bloodsport« vor.
Von den Kritikern als wildes Gekloppe verschrien, wird Bloodsport von den Fans noch heute als einer der besten Actionfilme aller Zeiten gefeiert. Für viele Van Damme Fans handelt es sich nach wie vor um seinen besten Film.
Im Laufe der Zeit erhielt der Film insgesamt drei Fortsetzungen, um die es hier aus gutem Grund aber nicht gehen soll.
Bloodsport – eine wahre Geschichte?
Die Story beruht auf die angeblichen Erlebnisse von Frank Dux. Dieser soll ein geheimes Vollkontakt-Turnier, das Kumite, gewonnen haben.
Mittlerweile ist bekannt, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt. Dies tut der Beliebtheit des Filmes aber keinen Abbruch. Und auch wenn Frank Dux bei seinen Erzählungen nicht unbedingt immer bei der Wahrheit geblieben ist: Als Personal-Trainer von Jean-Claude Van Damme hat er auf jeden Fall einen verdammt guten Job gemacht. Außerdem ist die Story von Bloodsport als Vorlage für einen Martial-Arts-Film einfach genial. Die besten Kämpfer der Welt treffen sich zu einem illegalen Full-Contact-Turnier. Was will man als Action-Fan mehr?
Die Story
Die Geschichte von Bloodsport ist, wie bei den meisten Actionfilmen, schnell erzählt. Der junge Frank Dux wird von seinem japanischen Sensei Tanaka in Kampfkunst unterwiesen. Um ihn zu ehren, möchte Frank am Kumite, einem illegalen Turnier, teilnehmen. Da Frank derzeit bei der Army ist, möchte die Armee seine Teilnahme am Kumite verhindern. Dux reist nach Hongkong, gefolgt von zwei Mitgliedern der Army.
Frank freundet sich mit Ray Jackson an, lernt die Reporterin Janice kennen und kämpft drei Tage beim Kumite. Schließlich trifft er im Endkampf auf Chong Li, den er trotz unfairer Taktiken seines Gegners besiegen kann. Frank erhält die Trophäe und widmet diesem Sieg seinem Sensei.
Originalversion versus deutsche Synchro
Wer dem Englischen einigermaßen mächtig ist, dem sei die Originalversion ans Herz gelegt. Der französische Akzent von Van Damme wird zwar an vielen Stellen kritisiert, wirkt bei diesem Film aber keinesfalls störend. So viel Text hat der Belgier in diesem Film ohnehin nicht.
Dazu kommt, dass die deutsche Synchronisation schlichtweg fehlerhaft übersetzt. Und das für meinen Geschmack viel zu oft. Aus »Frank Dux« wird »Frank Dax.«
Wenn Janice im Publikum die Brutalität des Kumites live zu sehen bekommt, holt sie irgendwann ihr Aufnahmegerät aus der Tasche und spricht hinein. In der Originalversion hören wir hier keinen Text, jeder Zuschauer kann hier seiner Fantasie freien Lauf lassen. In der deutschen Version spricht sie »die Sache spitzt sich zu« in ihr Bandgerät. Die gute Frau sitzt in der ersten Reihe und muss davon ausgehen, dass ihre Tarnung durch diese Aktion auffliegt. Für so einen banalen Satz? Hätte man, wie im Original, drauf verzichten sollen.
In der Szene, in der Janice die Polizei einschaltet, geht es im Original darum, dass beinahe jemand getötet wurde. Die deutsche Synchro zaubert den Zusatz »während des Trainings« dazu. Völlig sinnfrei, weil es sich hier um den zweiten Tag des Kumites handelt.
Die Gags kommen ebenfalls besser: Wenn Victor und Ray Jackson sich im Hotel kennenlernen, meint dieser »du siehst aus wie Jackson.« Man geht hier eher davon aus, dass er bereits ein Foto von dem Kämpfer gesehen hat.
Im Original heißt es »you look like a Jackson«, was eine Anspielung auf Ray Jacksons Frisur ist, da er ähnliche Locken wie Michael Jackson hat.
Casting
Über die schauspielerischen Fähigkeiten von Van Damme brauchen wir uns an dieser Stelle nicht auslassen. Zu Zeiten von Bloodsport war der Mann 28 und hatte, abgesehen von den genialen Kampfszenen, schauspielerisch noch nicht allzu viel zu bieten. Was sich im Laufe der Jahre geändert hat, mittlerweile hat Van Damme da einiges zu bieten. Aber eben damals noch nicht.
Am herausragendsten war natürlich Bolo Yeung. Die Rolle des unbezwingbaren Bösewichts ist diesem Mann auf den Leib geschneidert. Allein, was Yeung während des Films mit seinen Augen macht, hat vollkommen gereicht, dass ich als Kind Angst vor dem Kerl hatte. Chong Li ist für mich bis heute das Paradebeispiel eines unbesiegbaren Bösewichts.
Der 2026 leider verstorbene Donald Gibb spielt seine Rolle als proletenhaften Ray Jackson sehr überzeugend und ist der perfekte Sidekick für Van Damme.
Leah Ayres ist eine absolute Augenweide und spielt die Reporterin Janice sehr solide. Bliebe noch anzumerken, dass hier ein junger und noch unbekannter Forest Whitacker mitspielt. Als komische Nebenrolle, der den ganzen Film über vergeblich versucht, Frank Dux von der Teilnahme am Kumite abzuhalten.
Die berühmt-berüchtigte Knieszene
Über die Brutalität von Bloodsport wurde schon viel berichtet. Doch abgesehen von mehreren Blutspritzern und einem nicht gezeigten Kopftritt, gibt es genau eine Szene, die tatsächlich mit Vorsicht zu genießen ist: Chong Li bricht einem seiner Gegner mit einen Tritt das Knie. Dieses ist danach in die falsche Richtung geknickt und der Knochen schaut heraus. In Großaufnahme. Diese Szene hatte ich zum ersten Mal mit elf oder zwölf gesehen und ja, es hatte mir in diesem Alter wirklich nicht besonders gutgetan. Doch abgesehen von dieser besagten Stelle handelt es sich ansonsten um beste Popcorn Action.
Funfact: Hier gibt es übrigens einen Schnittfehler. Etwa zehn Sekunden, nachdem sein Knie auf brutale Weise gebrochen wurde, sitzt der Kämpfer wohlbehalten wieder im Publikum. Den restlichen Film über ist er dann aber nicht mehr zu sehen.
Fazit
Bloodsport ist in jeder Hinsicht ein Meilenstein. Das gesamte Martial-Arts-Genre erhielt durch diesen Film einen gigantischen Booster. Jean-Claude Van Damme war auf einen Schlag vom Nobody zum gefragten Hollywood-Star geworden.
Die Musik von Paul Hertzog gehört bis heute zu den besten des Genres. Hymnen wie »Fight to Survive« oder die Ballade »On my own alone« haben bis heute Kultstatus.
Wer sich mit Filmen von Van Damme, Martial-Arts-Filmen oder einfach den Klassikern der Achtzigerjahre beschäftigen möchte, kommt an Bloodsport nicht vorbei.