Das Ticket für das diesjährige Rock Dein Leben Festival ist bestellt. Vier Tage laute Gitarrenriffs, geile Bands und hoffentlich wieder so eine gute Stimmung wie letztes Jahr. Das hat zwar alles nichts mit meiner Schreiberei zu tun, ist mir an dieser Stelle aber doch einen eigenen Artikel wert. Aus ganz einfachen Grund:
Schulterschluss
Im Februar hatte ich Schmerzen in der linken Schulter bekommen. Zuerst dachte ich mir, dass ich das Gelenk einfach überlastet hätte. Ein paar Tage in Ruhe lassen und alles wird wieder gut. Von wegen. Die Schmerzen breiteten sich aus, wahlweise mal nach unten den Arm herab und manchmal am Hals hoch. Stieß mein Schulterblatt auf einen Widerstand, brannte es. Selbst eine Sofalehne war da schon zu viel. Ein Besuch beim Arzt brachte eine einwöchige Krankmeldung sowie verschriebene Ibu 600er.
SOS (same old situation)
Nichts änderte sich. Irgendwann saß ich den dritten Tag in Folge auf Schmerzmittel bei der Arbeit und fragte mich, was ich eigentlich da genau tue. Also wieder zum Arzt. Dieses Mal mit Überweisung zum MRT und einer Physiotherapie. Eine insgesamt vierwöchige Krankmeldung hat mich fast den kompletten April auf der Arbeit ausfallen lassen. Ergebnis des MRTs war dann eine fortgeschrittene Arthrose in der Schulter. Alles in allem ließ sich die Situation in einem Wort zusammenfassen: Aua.
Melancholic Memories
Auf der Fahrt zur ersten Physio lief Hammerfall im Auto. Dabei erinnerte ich mich an ihren Auftritt, den ich 1999 auf dem Wacken Open Air gesehen hatte. Weitere Festival-Erinnerungen sprudelten auf mich ein. Und auf einmal wird klar, dass so etwas mit einer lädierten Schulter in Zukunft nicht mehr möglich ist. Was, wenn ich angemosht werde? Im Jahr 2025 war ich schließlich noch so stolz, dass ich beim Rock Dein Leben den Auftritt der Krawallbrüder durchmoshen konnte. Und nun? Alles vorbei? Nimm einem Metal-Fan seine Konzerte und er ist am Boden zerstört.
Jetzt bitte die Titelmelodie von Rocky einblenden
Es folgten zwei Sessions Physiotherapie pro Woche. Die anfänglichen Griffe an das Schulterblatt hatten mir Tränen in die Augen schießen lassen. Vollkommen harmlos aussehende Übungen brachten mich zum Schwitzen. Man zweifelt an sich selbst, weil alles so einfach aussieht.
Aber es funktionierte. Aufgrund des MRT-Ergebnisses wurde mir genau gesagt, an welche Geräte ich ran sollte und welche ich meiden musste.
Nach den Übungen war immer alles bestens und die Pausen, bis die Schmerzen wieder einsetzten, wurden länger. Irgendwann fiel dann während einer Physio zum ersten Mal das Wort “Schmerzfrei”. Ein Ziel, von dem ich mittlerweile überzeugt bin, dass ich es erreichen kann.
Rock Dein Leben verkündet Headliner
Bis letzte Woche war ich nicht sicher, ob ich wirklich hin sollte. Das Billing war okay, aber nicht übermäßig toll. Außerdem wäre es mit der Schulter bestimmt vernünftiger, ein Jahr auszusetzen.
Doch dann haute der Veranstalter den finalen Headliner raus: Frei.Wild. Hab ich noch nicht live gesehen, also muss ich dahin. So einfach ist das. Und noch wichtiger: Mittlerweile traue ich es mir wieder zu, das Festival ohne Schmerzen genießen zu können. Okay, ob der Moshpit dieses Jahr wirklich sein muss, werde ich vor Ort entscheiden.